Herren


     Artikel veröffentlicht am 05.08.2019 um 12:00 Uhr

     

Bescheidener Torjäger: "Bin immer der langsamste Spieler auf dem Platz"

 

Die Bilanz von Petr Pleva kann sich sehen lassen. Mit 122 Treffern in den Pflichtspielen der letzten drei Jahren und der Torjägerkanone 2018/19 in der Bezirksliga hat er zuletzt Maßstäbe gesetzt. Und auch nach der Rückkehr zu Selb-Plößberg kanoniert er jetzt fleißig weiter. Von Stolz oder gar Überheblichkeit ist er trotzdem meilenweit entfernt.   

     

Von Hans-Jürgen Wunder

 

 

Er trifft und trifft und trifft. Nach seiner Rückkehr zum TV Selb-Plößberg war es, als wäre der Torjäger nie weggewesen. Vier Treffer gegen die stark eingeschätzten Arzberger zum Auftakt, gar fünf Tore gegen die defensiv robusten Nageler. Und am letzten Freitag erhöhte er sein Torkonto um drei weitere Einschüsse in Arzberg. Auch wenn der Goalgetter bei der 0:2-Niederlage in Marktleuthen erstmals leer ausgegangen ist. Petr Pleva ist einfach nicht zu halten. Dabei gibt es nicht einmal einen speziellen Trainer, der ihn von Jugend auf geformt hätte, als er im tschechischen Karlsbad seine ersten Schritte hinter dem runden Leder unternahm. "Ich hatte ja sogar im defensiven Mittelfeld begonnen. Irgendwie war das verlorene Zeit", lacht er heute, wenn er sich an die Anfänge erinnert. Damals wollte der Vater unbedingt, dass er und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Marek kicken. Für den ist aber die Karriere mittlerweile abgeschlossen. "Der hatte sich ja in Tröstau einen Kreuzbandriss zugezogen und kürzlich bei einem Hobbyturnier in Tschechien sein Comeback gestartet - und sich dabei wieder die Kreuzbänder gerissen."

 

Auch Marek Pleva (in weiß) lief einst für Selb-Plößberg auf und war dabei recht torgefährlich
Auch Marek Pleva (in weiß) lief einst für Selb-Plößberg auf und war dabei recht torgefährlich

 

Bescheidener Charakter

Nach der Jugendzeit kickte Petr Pleva in Sokolov beim U23-Team - immerhin in der 4. Tschechischen Liga. Doch höhere Ambitionen hatte der Offensivmann nicht, wenn er augenzwinkernd und mit einem breiten Grinsen bekennt: "Ich war immer der langsamste Mann auf dem Platz, egal in welcher Liga und welcher Mannschaft ich gespielt habe." Das hinderte ihn allerdings nicht daran, sich bei Selb-Plößberg, wohin er 2011 mit seinem Bruder Marek wechselte, auf Anhieb Stammkraft zu werden. Damals noch zu Bezirksligazeiten und anschließend in der Kreisliga lief auch seine Torproduktion langsam an. "Natürlich habe ich von meiner Kopfballstärke profitiert und dass ich rechts wie links schießen kann. Früher war ich auch kämpferisch gut drauf. Mittlerweile ist es wohl eher der Instinkt. Nicht so viel laufen, aber richtig stehen", merkt er verschmitzt an. Wichtig in seiner Karriere war wohl auch, dass er bisher von schwereren Verletzungen verschont geblieben ist, wenn man von einem Nasenbeinbruch in jungen Jahren absieht. 

 

Erfolgreiche Kickers-Zeit

Auf den Torjäger wurden natürlich auch die aufstrebenden Kickers aus Selb aufmerksam. Ab Sommer 2016 schnürte der tschechische Goalgetter seine Fußballschuhe für den relativ jungen Verein und enttäuschte die Verantwortlichen nicht. Mit 45 Treffern in der Kreisklasse, 41 Einschüssen in der Kreisliga und 26 Toren in der Bezirksliga sicherte er sich in allen drei Spielklassen die Torjägerkrone. Dabei freute er sich regelmäßig über die präzisen Vorlagen eines Waldemar Schneider. "Der wusste immer genau, wo ich hinlaufe." Mit der Zeit hatte er sich natürlich einen Namen gemacht und es regelmäßig mit hellwachen und bissigen Kontrahenten zu tun. Stoppen ließ er sich trotzdem nicht. "Jeder Gegner ist schwer. Aber ich versuche einfach, mein Spiel durchzuziehen." Trotz einer grandiosen letzten Saison wollte er dann aber den Schritt der Kickers in die Landesliga nicht mehr mitmachen. "Ich arbeite im 3-Schicht-Betrieb. Da hätte ich es vom Aufwand nicht mehr geschafft", begründet er seine Rückkehr zu den Plößbergern, den er aber schon frühzeitig avisiert hatte.

 

Noch ein Aufstieg?

Dass es nach seiner Rückkehr zur Müller-Elf gleich so gut läuft, hatte er zwar erhofft, konnte es aber nicht erwarten. "Ich habe mit Jan Kempe ja auch einen guten Mitspieler an meiner Seite", lobt er den jungen Stürmerkollegen, der mit von den Kickers zum Kreisklassisten wechselte. Doch für die Torproduktion ist er in erster Linie verantwortlich. "Es wäre schön, wenn ich 40 Treffer schaffen würden. Die Kumpels meinen, dass auch 50 Tore drin sind. Aber das ist mir zu hoch gegriffen. Außerdem ist es doch egal, wer die Dinger macht - wichtig ist, dass wir unsere Spiele gewinnen." Vorerst möchte er so lange kicken, wie es geht. Freilich räumt er ein, dass er sich durchaus vorstellen könnte, in der Zukunft als Trainer zu arbeiten - an manchen Tagen zumindest. "Am Montag denke ich, dass machst du irgendwann einmal und am Dienstag ist mir der ganze Aufwand neben der Arbeit dann doch zu viel", gestattet er lächelnd einen Einblicke in sein Innenleben. Vorerst will er mit seinem Team in der Kreisklasse vorne mitspielen. Und auch wenn für ihn der Aufstieg kein Muss ist, gilt für ihn nach wie vor die Devise: "Je höher, desto besser."

 

 

Quelle: anpfiff.info

 

 


 

Kantersieg des Tages: Selb-Plößberger sind on fire

 

Eigentlich ist der FC Nagel ja als kampf- und defensivstarke Truppe bekannt. Aber bei den neuformierten Selb-Plößbergern brachen heute bei der 0:9-Niederlage alle Dämme. Petr Pleva hat sein Torkonto erneut kräftig aufgestockt und weiß genau, warum es so deutlich geworden ist. 

 

Von Hans-Jürgen Wunder

 

 

Bereits beim 7:0-Auftaktsieg der Müller-Elf gegen den potentiellen Aufstiegskandidaten TSV Arzberg-Röthenbach zum Saisonstart rieben sich viele Beobachter verwundert die Augen. Dass das aber alles andere als ein Zufall war, bewiesen die Schützlinge von Georg Müller heute im Handumdrehen. Gegen den FC Nagel ruhte dessen Trainerfreundschaft mit Gästecoach Mario Bächer, der am Ende deutlich verstimmt gewesen sein dürfte. "Wir haben eigentlich ein schwieriges Spiel erwartet, aber nach den ersten beiden Treffern wurde es eine klare Geschichte", freut sich Fünffachtorschütze Petr Pleva. Für die Torflut gab es eine einfache Erklärung. "Die Nageler haben auf abseits gespielt und wir immer wieder die Bälle flach durch die Kette geschoben." 

 

Eröffnete das Torfestival bereits nach drei Minuten: Tayfun Turan
Eröffnete das Torfestival bereits nach drei Minuten: Tayfun Turan

 

Frust und Platzverweis

"Der Gegner hat versucht, mit großer Härte dagegenzuhalten. Das hat letztlich für den Platzverweis gesorgt", berichtet TV-Spielleiter Werner Künzel. Damit war der Spitzenreiter eine halbe Stunde in Überzahl. Allerdings ist der Plößberger kein großer Freund vom Kantersiegen. "Es gibt ja auch Spiele, bei denen es nicht so läuft. Da muss man sich dann umstellen." Dass es aber inzwischen auch bei einer klaren Führung so konzentriert weitergeht, liegt für ihn am nimmermüden Petr Pleva. "Der lässt einfach nicht locker und reißt die Kollegen dann mit." Auch die Defensivachse mit Keeper Valdmann und Stratege Zila steht und hat noch keinen Gegentreffer kassiert. Momentan genießt man den Augenblick, weiß aber, dass es schnell anders kommen kann. "Dieses Jahr sind wir von der Qualität im Kader besser, aber die Quantität fehlt." Gerade in der Urlaubszeit könnte man deshalb Bauchschmerzen bekommen. "Aber ein 1:0 oder 2:1-Sieg würde ja auch einmal reichen", grinst Künzel. 

 

Quelle: anpfiff.info

 


Artikel veröffentlicht am 23.07.2019 um 12:00 Uhr

 

 

Trotz Traumstart: Müller-Elf steht vor schweren Wochen

 

Das hatte gesessen. Mit einem deutlichen 7:0-Sieg gegen TSV Arzberg-Röthenbach hat der TV Selb-Plößberg einen fulminanten Auftakt hingelegt und die Stimmen bestätigt, die die Müller-Elf als Meisterschaftsanwärter handeln. Doch der Trainer sieht jetzt große Probleme auf sein Team zukommen.  

 

Von Hans-Jürgen Wunder

Weit von Anfangseuphorie entfernt: TV-Trainer Georg Müller.
Weit von Anfangseuphorie entfernt: TV-Trainer Georg Müller.

 

"Wir tippen ja intern, wie die Spiele ausgehen. Gegen Arzberg haben alle Leute von uns mit einem knappen Ausgang gerechnet", grinst Georg Müller. Denn dass man den Vierten der Vorsaison gleich eine empfindliche 7:0-Niederlage beibringt - Urlaubszeit hin oder her - war eine kleine Sensation. "Man weiß ja, wie es oft so kommt, wenn es bei einer Mannschaft einmal läuft", will der Trainer den Kantersieg aber nicht überbewerten. Nach der frühen 2:0-Führung durch Turan Ertugrul und Neuzugang Jan Kempe kam auch Rückkehrer Petr Pleva in Schwung. Viermal traf der ehemalige Kickers-Stürmer. "Das waren ja keine Einzelleistungen. Ihm wurden die Tore mitunter von Lukas Buchta schön aufgelegt." Damit sind die Selber der erste Tabellenführer der noch jungen Saison. "Das nehmen wir als Meisterschaftsfavorit natürlich gerne an", kommentiert er mit ironischem Unterton die Umfrage unter den Trainerkollegen, die sein Team als Titelkandidat Nr. 1 in der Kreisklasse Fichtelgebirge ausgemacht haben. 

 

Glänzender Einstand bei der Rückkehr: Petr Pleva (li.) traf gleich viermal. 
Glänzender Einstand bei der Rückkehr: Petr Pleva (li.) traf gleich viermal. 

 

Dünner Kader

"Wir haben eigentlich nur 14 oder 15 Mann. Das wird uns besonders in der Urlaubszeit zu schaffen machen, wenn alleine vier türkische Spieler weg sind", sieht der Trainerroutinier schwere Wochen auf sich und sein Team zukommen. Zwar konnte man mit Rückkehrer Pavel Valdmann das leidige Torwartproblem lösen. Und die Qualität eines Petr Pleva oder Matej Zila ist unbestritten.  Wichtig waren aber auch, dass Turan Tayfun und Jan Kempe von der Kickers-Zweiten kamen. "Man darf nicht vergessen, dass wir zehn Mann verloren haben", wirft der ehemalige Höchstädter ein. Darunter sein Sohn Julian oder Torjäger Josef Kirstein, der in der abgelaufenen Saison immerhin 31 Mal traf. Bitter auch das Karriereaus für Nico Köppel, der nach schwerer Verletzung von seinem Arbeitgeber gedrängt wurde, die Stiefel an den Nagel zu hängen. "Er hatte wirklich gute Spiele abgeliefert. Aber der Beruf geht nun einmal vor", sagt Müller achselzuckend. Ob sein Sohn Patrick indessen auf den Rasen zurückkehrt, steht ebenso wie bei Fabian Schuldner in den Sternen. Letzterer muss noch im Winter einen Eingriff über sich ergehen lassen und kann, wenn überhaupt, erst in der Rückrunde angreifen.

 

Führte die Selber früh auf die Siegesstraße: Jan Kempe (re.), der von den Kickers kam. 
Führte die Selber früh auf die Siegesstraße: Jan Kempe (re.), der von den Kickers kam. 

 

Nette Momentaufnahme

"Man muss abwarten, wer sich für die vorderen Plätze herauskristallisiert. Weißenstadt hat beispielsweise ja noch nicht einmal gespielt", warnt der 59-Jährige vor voreiligen Schlüssen. Er selbst will schon einmal "Bettelbriefe" an Kicker der Altliga schreiben, damit man die Urlaubszeit halbwegs unbeschadet übersteht. Und die Sache wird nach dem Kantersieg nicht einfacher. "Ich denke, dass es gegen Nagel und meinen Freund Mario Bächer schon recht hart werden wird", ist Müller recht nachdenklich. Immerhin hat er mit Tomas Vojik einen weiteren Neuzugang aus der tschechischen Kreisliga bekommen. "Der ist bei jedem Training dabei, muss sich aber noch an das Tempo gewöhnen." Probleme beim Kampf um die vorderen Ränge sieht der TV-Coach auch bei der Ausgestaltung der Übungseinheiten auf sich zukommen. "Einerseits müssen die Jungs fit sein, andererseits ist die Belastung sehr hoch, weil wir kaum Alternativen haben." Deshalb ist für ihn ein Punkt beim Kampf um die vorderen Ränge entscheidend: "Ich wünsche mir möglichst keine Verletzten." 

 

 

 


Artikel veröffentlicht am 06.06.2019 um 12:00 Uhr

 

 

Plößberger bleiben eigenständig:

 

Künzel: "Spielgemeinschaft ist vom Tisch"

 

 

Nach anhaltenden Personalproblemen hatte man beim TV Selb-Plößberg mehrere Optionen in Betracht gezogen. Bei einer gemeinsamen Spielgemeinschaft mit einem Nachbarverein war man sich nahezu einig. Doch jetzt kommt alles ganz anders, denn drei Neuzugänge sind bereits sicher - ganz zur Zufriedenheit des Abteilungsleiters Werner Künzel.

 

 

von Hans-Jürgen Wunder

 

 

Nicht nur beim letzten Spieltag warten die Personalprobleme der Porzellanstädter unübersehbar. Mit gerade elf Mann reiste man zum Aufstiegsanwärter SpVgg Weißenstadt. Das verführte die Heimelf geradezu dazu, den Gegner zu unterschätzen. Denn mit Nils Worschischek musste man wieder einmal einen Feldspieler zwischen die Pfosten stellen. "Dann hält der auch noch einen Elfmeter", grinst Künzel. Dabei waren die Weißenstädter zunächst so siegessicher. Ein Blick auf die Statistik hätte sie jedoch gewarnt. "Die haben eigentlich ganz selten gegen uns gewonnen, in letzter Zeit zumindest", hilft der TV-Spielleiter auf die Sprünge. Am Ende sollte auch die Führung durch Simon Herold nicht reichen, um die drei Punkte zu holen, die für den Platz 2 notwendig gewesen wären. Denn Josef Kirschstein riss mit seinem Ausgleichstreffer die damalige Elf von Michael Gräf aus allen Aufstiegsträumen. Dabei waren die Selber nach der Ampelkarte gegen Martin Matas sogar in Unterzahl. Danach hielt sich das Mitleid des Spielverderbers und Angstgegners in Grenzen. "So ist das eben im Sport. Da gibt es kein Pardon. Uns schenkt schließlich auch keiner etwas."

 

Im letzten Punktspiel hat Nils Worschischek Qualitäten als Elfmetertöter aufblitzen lassen.
Im letzten Punktspiel hat Nils Worschischek Qualitäten als Elfmetertöter aufblitzen lassen.

 

Spielgemeinschaft gescheitert

Nach der letzten Partie ging es darum, eine Alternative zur personellen Hängepartie in den vergangenen Monaten zu entwickeln. "Wir hatten mit Fabian Schuldner, Nico Köppel und Patrick Müller gleich drei Leistungsträger als Langzeitverletzte zu beklagen. Insofern waren wir mit dem einstelligen Tabellenplatz absolut zufrieden." Nach der Spielgemeinschaft mit TuS Erkersreuth in der Vergangenheit fasste man auch wieder diese Variante ins Auge. Allerdings dieses Mal mit der Zweiten von Kickers Selb. Dabei gediehen die Gespräche mit dem Nachbarn schon sehr weit. "Uns war es wichtig, dass wir federführend waren. Auch nach den Erfahrungen der Vergangenheit. Eigentlich bestand schon Einigkeit zwischen den Vereinen, bis es bei den Kickers zu Vorstandswahlen kam. Das wurde dort wohl kritisch gesehen. Danach war die Zusammenarbeit vom Tisch", berichtet der Plößberger Funktionär. 

 

Alter Bekannter zwischen den Pfosten: Pavel Valdmann kehrt zurück.
Alter Bekannter zwischen den Pfosten: Pavel Valdmann kehrt zurück.

 

Bewährte Kräfte

"Wir bleiben auf jeden Fall eigenständig", sagt Werner Künzel nicht ohne Stolz. Mit Petr Pleva kommt ein echter Führungsspieler von den Selber Kickers zurück und Rückkehrer Pavel Valdmann soll das Torwartproblem lösen. Und auch Trainer Georg Müller macht weiter. Zwar zieht es seinen jüngster Sohn zur Damroth-Elf, um sich in der Landesliga zu probieren. Doch Dominik hängt noch ein Jahr ran und Patrick versucht sich nach langer Pause, noch einmal ran zu kämpfen. "Er hat es schon einmal probiert, aber seine Verletzung hat ihm dann doch zu schaffen gemacht." Dennoch geht man zuversichtlich in die neue Serie. "Früher oder später wollen wir schon noch einmal oben angreifen", macht Werner Künzel keinen Hehl daraus, dass Mittelmaß in der Kreisklasse nicht das Maß aller Dinge bei den Selb-Plößbergern ist.       

Quelle: Anpfiff.info