Herren


Beitrag vom 14.08.2017

 

Plößberger ohne Druck: Müller: "Wir sind eigentlich im Neuaufbau"

 

Der Ärger beim ehemaligen Kreisligisten nach dem 1:1-Unentschieden in Wunsiedel hielt sich in Grenzen. Zwar rannte die Truppe von Schorsch Müller lange und vergeblich auf den ASV-Kasten, doch die Zwischenbilanz seiner Elf kann sich sehen lassen. Denn nach dem abrupten Ende der Spielgemeinschaft hat man sich erfolgreich reorganisiert.  

 

von Hans-Jürgen Wunder

 

"So ist das eben im Fußball. Der Gegner kommt zweimal vor unser Tor und trifft, während wir nach der Pause ununterbrochen anrennen und nichts reinbekommen", nimmt Georg Müller das 1:1-Unentschieden bei der Zweiten des ASV Wunsiedel mitausgeprägter Gelassenheit. Denn mit dem bisherigen Saisonverlauf kann er mehr als zufrieden sein. Zehn Punkte haben seine Schützlinge bereits gesammelt, sind noch ungeschlagen und liegen an der Spitze - zusammen mit dem ehemaligen Partner TuS Erkersreuth und dem FC Nagel. "Das war für uns natürlich eine Riesenüberraschung, dass es zur Trennung kam. Die sind auf die Sitzung gegangen und haben knallhart gesagt, dass sie die Zusammenarbeit aufkündigen." Dadurch entstand auch für Georg Müller, der in der letzten Saison große gesundheitliche Probleme hatte und zeitweise von Jürgen Lehmann vertreten werden musste, eine neue Situation. "Eigentlich wollte ich ja aufhören. Aber jetzt konnte ich die Jungs natürlich nicht im Stich lassen." 

Wieder im Selber Gehäuse: Pavel Valdmann (in blau)  ist aus Kirchenlamitz zurückgekehrt.

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Erfolgreich umgebaut

 

Bereits vor der Bildung einer Spielgemeinschaft hatten die Selb-Plößberger große Personalprobleme und deshalb diesen Schritt vollzogen. Als man wieder auf sich alleine gestellt war, galt es, in Windeseile für die nötige Mannschaftsstärke zu sorgen. Dabei blieben Enttäuschungen nicht aus. "Ich hatte ja auf zahlreiche ehemalige Nachwuchskicker von der JFG Hochfranken Selb gehofft. Leider habe ich feststellen müssen, dass hier eine ehrliche Meinung nicht mehr gefragt ist." Immerhin hatten aber mit Mert Kiziltas und Philipp Klerner neben seinem Sohn Julian drei Akteure vom Jugendteam den Weg zum Kreisklassisten gefunden. Und gerade sein jüngster Filius bereitet ihm viel Freude: "Der spielt bisher eine bärenstarke Serie. Aber man weiss noch nicht, wie er die Doppelbelastung wegsteckt, wenn die Runde beim U19-Team wieder anfängt." Ab September wird der Mittelfeldmann dann zusätzlich für die neue SG Thiersheim/Selb-Plößberg im Juniorenbereich in Aktion treten. Bei den Herren musste sich Georg Müller dagegen nach einem neuen Keeper umsehen. "Armin Maisel ist ja überraschend zu den Kickers gegangen. Aber als Bernd Lautenbach nach Kirchenlamitz mit seinem Sohn auch einen guten Torwart mitgebracht hat, haben wir Pavel Valdmann angesprochen. Der kann nicht trainieren und bevor er dort auf der Bank versauert, ist er lieber wieder zurück zu uns", freut sich der Trainer. Und auch die beiden Tschechen Lukas Jiranek  und Jan Kalas sind als schnelle und technisch versierte Offensivleute ein echter Gewinn. Einmal pro Woche reisen sie zum Training aus Pilsen an und konnten trotz ihrer 20 Jahre voll überzeugen. "Die waren bereits beim Schüleraustausch in Selb und haben angefragt, ob sie hier Fußball spielen dürfen. Sicher haben die auch im Auge, den Sprung zu einem höherklassigen Verein zu schaffen - aber das ist ja in Ordnung." 

Auch Christopher Fürst (li.), der aus Fuchsmühl gekommen war, hat voll eingeschlagen.

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Aufstiegskandidaten ärgern

 

Der Kader der Selb-Plößberger ist zwar gut bestückt, aber mit nur 15 Kickern relativ dünn besetzt. "Es kann schon vorkommen, dass bei entsprechender Schicht am Dienstag nur vier oder fünf Mann auftauchen. Da mache ich dann kein Training, sondern stelle es den Spielern frei, ob sie etwas bolzen wollen", so Müller. Außerdem passiert es dabei durchaus, dass man, wie im Pokal gegen Kickers Selb, eine Partie nur zu Neunt beenden kann. "Ich habe den Spielern damals gesagt: Es ist egal, wie die Partie ausgeht. Jedenfalls gehen wir aber nicht früher vom Platz." Doch zum Saisonstart zeigten die TV-Kicker dann ein ganz anderes Gesicht. "Förbau war richtig stark, aber wir haben unsere wenigen Chancen genutzt", blickt der TV-Coach gerne auf den 3:2-Auswärtssieg zurück.  Zwei schwer Verletzte beim Gegner gab es dann beim torlosen Remis in Hohenberg-Schirnding. Das war laut Müller aber nicht der harten Gangart seines Teams geschuldet. "Als sich Safak Göybulak verletzt hatte, ist er vorher nach einer Ecke mit zwei Mitspielern zusammengestoßen. Und Slama Zdenek hat es bei einem Pressschlag erwischt, so bedauerlich das ist." Danach hatte es aber viel Aufregung und sogar noch einen Platzverweis nach Verbalattacken gegeben. Ruhiger ging es dagegen beim 5:1-Sieg gegen die Dreizehner Zweite zu. Und auch am Wochenende blieb man weiter ungeschlagen. Trotzdem sind die Selb-Plößberger weit von Aufstiegsträumen entfernt. "Wir wollen nur das Zünglein an der Waage sein", lacht Müller verschmitzt.

 

Mit freundlicher Genehmigung durch Hans-Jürgen Wunder - anpfiff.info


Es wird in der Saison 17/18 keine Spielgemeinschaft mit Erkersreuth mehr geben.

 

Völlig überraschend hat die Vorstandschaft des TuS Erkersreuth gestern, angeblich auf Druck einiger " wichtiger Spieler ", die SG mit dem TV Selb-Plößberg aufgekündigt.

 

Beide Vereine werden nun wieder mit eigenständigen Teams in der Kreisklasse antreten.

 

Wir bedauern zwar diesen Schritt unseres Nachbarvereins, aber wir müssen deren Entscheidung akzeptieren.

 

WK


Nach einem Jahr "Fußball-Ehe" in Selb wieder geschieden

 

von Frankenpost/HJW

 

 

 

Erkersreuth und Selb-Plößberg gehen in der neuen Saison getrennte Wege. Nach dem Abstieg kam es überraschend zur Trennung, nachdem es vorher nach einer Fortführung der Spielgemeinschaft ausgesehen hatte. Beide Vereine richten sich jetzt neu aus. Der TuS verstärkt sich mit Spielern aus Thierstein. Maisel verlässt den TV.

 

Die "Fußball-Ehe" zwischen dem TV Selb-Plößberg und dem TuS Erkersreuth ist nach nur einem Jahr wieder Geschichte. Beide Vereine waren in der vergangenen Saison in der Kreisliga und Kreisklasse als Spielgemeinschaft gestartet, fanden aber lange Zeit nicht richtig zueinander. Erst in der Winterpause, als der Abstieg der ersten Mannschaft aus der Kreisliga schon fast besiegelt war, wurden die Kräfte richtig gebündelt. Letztlich zu spät. Zwar kämpfte sich das Team von Trainer Georg Müller noch einmal an die Relegationsplätze heran, im letzten und entscheidenden Saisonspiel gegen die SpVgg Wiesau setzte es allerdings eine 0:3-Niederlage, die den Abstieg besiegelte.

 

Daniel Worschischek (re.) wird künftig auf die Erkersreuther Mitspieler verzichten müssen.                                    

 

anpfiff.info

 


Entscheidung Ende der Woche


Am Donnerstagabend haben beide Vereine die Entscheidung getroffen, wieder eigenständig am Spielbetrieb teilzunehmen - beide in der Kreisklasse Süd. "Wir haben uns aber nicht im Bösen getrennt", sagt Uwe Hoffmann vom TuS Erkersreuth. Vom TuS kam auch der Anschub zur Trennung. "Wir haben im Vorfeld mit unseren Spielern gesprochen und abgewägt, was Sinn macht. Das Ergebnis war, dass wir wieder eigenständig sein wollen." Die Erkersreuther haben auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht: Mit Radek Svehla sowie den Brüdern Ladislav und Petr Bastl verstärken drei Bezirksliga-erfahrene Akteure vom ZV Thierstein die Mannschaft.
Völlig überrascht von der Entwicklung wurde der Selb-Plößberger Spielleiter Werner Künzel. "Ich habe bis Donnerstag davon nichts geahnt und erfahren", sagt Künzel auf Nachfrage der Frankenpost. "Vor zwei Monaten waren wir noch zusammengesessen und hatten beschlossen, die Spielgemeinschaft fortzuführen. Egal, wie die Saison endet." Eine Tragik sei die Trennung freilich nicht für Selb-Plößberg, meint Künzel. "Es ist zwar schade, aber es geht auch bei uns weiter." Allerdings ohne Armin Maisel. Den Torwart, der erst im Winter von der SpVgg Selb 13 nach Selb-Plößberg gewechselt war, zieht es weiter zum Kreisliga-Aufsteiger Kickers Selb. "Wir stehen aber auch mit einigen Spielern schon in Verbindung", sagt Künzel. Der erste Neuzugang ist fix: Nico Köppel kommt vom FC Schönwald an den Auweg.