Offene Hallen Stadtmeisterschaft Selb 2018


Gruppe 1


1. TuS Erkersreuth 9:3 9
2.  SpVgg Selb 13 7:6
3. FC Marktleuthen 10:4 3
4. SC Grünhaid 2:15 0

 

Gruppe 2


1. Kickers Selb 15:0 9
2. TV Selb-Plößberg 5:4 6
3. ATV Höchstädt 4:8 3
4. FC Schönwald 2:14 0

Endstand


  1. Kickers Selb 
  2. TuS Erkersreuth
  3.  SpVgg Selb 13
  4.  TV Selb-Plößberg 
  5. FC Marktleuthen 
  6. ATV Höchstädt 
  7. FC Schönwald 
  8. SC Grünhaid

Bericht

 

Zum zweiten Mal seit der Premiere im Jahr 1986 hat es ein Verein geschafft, sich bei der mittlerweile offenen Selber Hallenfußball-Stadtmeisterschaft drei Mal in Folge den Titel zu holen. Wie bereits gestern kurz berichtet, gelang den Kickers Selb vor etwa 200 Zuschauern in der Realschulsporthalle auf verdiente Weise der Hattrick. Das Team von Coach Jakob Schleicher, der auch schon 2014 mit dem FC Selb erfolgreich war, erzielte nicht nur die mit Abstand meisten Tore (20). Es überzeugte ebenso mit einer soliden Abwehrarbeit. Nur ein Gegentreffer in fünf Spielen spricht eine deutliche Sprache. Damit findet der Wanderpokal der Sparkasse Hochfranken nun seinen festen Platz im Kickers-Vereinsheim Waldschänke. Außer Schleicher kann bisher nur die SpVgg Selb 13, die von 1993 bis 1996 Serienstadtmeister war, auf vier Titel hintereinander zurückblicken.

Obwohl die Abschlusstabellen der beiden Vorrundengruppen ein ziemlich eindeutiges Bild abgeben, trügt dieser Schein. In einigen Spielen ging es ziemlich eng zu, da hätte es am Ende durchaus anders aussehen können. Die Tickets für das Halbfinale sicherten sich schließlich die vier Selber Vereine, die auswärtigen Vertreter mussten sich mit den hinteren Rängen begnügen.

In der Gruppe 1 kam es zum erwarteten Dreikampf zwischen dem TuS Erkersreuth, der SpVgg Selb 13 und dem FC Marktleuthen. Hier hatten die als Mitfavorit ins Turnier gegangenen Erkersreuther dank einiger später Tore die Nase vorn. Ihrem Torwart Smrha hatte es die SpVgg Selb 13 zu einem großen Teil zu verdanken, dass sie als zweites Team ins Halbfinale einzog. Er hämmerte gegen den FC Marktleuthen den Ball in der drittletzten Spielminute aus mehr als 20 Metern zum entscheidenden 2:1 ins Netz, ein Remis wäre zu wenig gewesen. Außenseiter SC Grünhaid zog sich zum Auftakt gegen die SpVgg Selb 13 achtbar aus der Affäre, musste dann aber doch zwei klare Niederlagen hinnehmen.

Zum erwarteten Durchmarsch der Kickers Selb kam es in der Gruppe 2. Gegen den ATV Höchstädt und den FC Schönwald gewannen sie deutlich und mühelos. Der TV Selb-Plößberg bereitete ihnen etwas mehr Schwierigkeiten, aber auch hier fanden sie zwei Mal die entscheidende Lücke und entschieden die Partie mit einem Doppelschlag für sich. Die gastgebenden Selb-Plößberger standen vor dieser Begegnung bereits als Halbfinalist fest, nachdem sie gegen den FC Schönwald und den ATV Höchstädt die Oberhand behalten hatten. Im Aufeinandertreffen mit den Höchstädtern sah es jedoch lange Zeit nicht danach aus, erst in der Schlussphase drehte der TV einen Rückstand noch um.

Das erste Halbfinale führte zum Duell zwischen den letztjährigen Spielgemeinschaftspartnern TuS Erkersreuth und TV Selb-Plößberg. Die TV’ler begannen frech und erwischten einen Auftakt nach Maß. Mit einem unnötigen Foul im eigenen Strafraum verspielten sie ihren Vorsprung aber schnell wieder. Von nun an war der TuS das spielbestimmende Team, der Führungstreffer war die logische Folge. Um ihren Sieg, den sie zum Ende hin perfekt machten, mussten die Erkersreuther nur noch einmal bangen, als der Pfosten den möglichen Ausgleich verhinderte.

Zu einer Neuauflage aus dem Vorjahr kam es im zweiten Halbfinale, wo sich die SpVgg Selb 13 und die Kickers Selb gegenüberstanden. Die „Dreizehner“ agierten aus einer verstärkten Defensive heraus und ließen zunächst kaum etwas zu. Mit einem abgefälschten Distanzschuss gelang ihnen sogar die Führung. Doch die Kickers fanden mit dem Ausgleich schnell die passende Antwort und übten großen Druck aus. Die letzten beiden Spielminuten verliefen sehr dramatisch: Smrha vereitelt Kickers-Großchance, Maisel bei Gegenstoß SV aufmerksam und nur wenige Sekunden später schloss Keles den Konter in die andere Richtung erfolgreich ab. Smrha versuchte sein Glück nochmal aus der Distanz und traf nur die Latte, nahm dann aber außerhalb des Strafraums unabsichtlich die Hand zur Hilfe. In Überzahl machten die Kickers alles klar.

Nichts hergeschenkt wurde in den Platzierungsspielen. Um Rang 7 führte der SC Grünhaid zwischenzeitlich schon mit 3:0 und 4:2, doch der FC Schönwald packte sich im Stadtderby noch einmal an der Ehre und rettete sich in letzter Minute ins Neunmeterschießen, wo er das bessere Ende für sich hatte. Der ATV Höchstädt lag um Platz 5 gegen den FC Marktleuthen schnell mit 2:0 vorne. Der FC ließ das aber nicht auf sich sitzen, schaffte frühzeitig den Ausgleich und legte den Siegtreffer drauf. Ohne große Hoffnungen ging der TV Selb-Plößberg ins „kleine Finale“ gegen die SpVgg Selb 13. Er wandelte aber einen frühen Rückstand in eine 2:1-Führung um. Als eine Überraschung immer näher rückte, schlugen die „Dreizehner“ ein zweites Mal zu, so dass es ins Neunmeterschießen ging. Zwei Selb-Plößberger Fehlschüsse gaben hier den Ausschlag.

Wie schon im Vorjahr standen sich im Finale der TuS Erkersreuth und die Kickers Selb gegenüber. Und das nach mehrheitlicher Meinung völlig zurecht. TuS-Trainer Jürgen Lehmann war zunächst einmal darauf bedacht, die Kickers nicht ins Spiel kommen zu lassen und setzte dabei insbesondere auf seine tschechische Achse. Sein Plan ging über mehr als die Hälfte des Spiels auf, gefährliche Torszenen blieben Mangelware. So benötigten die Selber einen Freistoß, den Kura durch das Getümmel vor dem Tor hindurch direkt verwandelte, um in Führung zu gehen. Danach kam bei ihnen auch die Kombinationsmaschine auf Touren und Schneider legte nach schönem Direktspiel nach. Die Erkersreuther konnten sich im Spiel nach vorne kaum in Szene setzen und den gegnerischen Sieg nicht mehr ernsthaft in Gefahr bringen.

Auch wenn es in manchen Begegnungen eng und turbulent zuging, insgesamt verlief das Turnier in einem sehr fairen Rahmen. Die Schiedsrichter mussten nur eine einzige Zeitstrafe verhängen, und das wegen eines Handspiels. Das dürfte ein Novum bei einer Selber Hallen-Stadtmeisterschaft gewesen sein.

 

Stefan Specht

Selber Stadtmeisterschaft Historie